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Auszug aus Hiddensee - Die besondere Insel für Künstler

Gisela Peschke
(geb. Bockler 23.1.1942 Wurzen-10.10.1993 Stralsund)

Gisela Peschke kam im Jahre 1974 als Bühnenbildnerin nach Stralsund. Ihre erste Ausbildung zur Theatermalerin hatte sie 1965 in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste erfolgreich beendet. Zwei Jahre war sie am Landestheater in Altenburg tätig, um sich dann wiederum an der Hochschule in Dresden zur Bühnenbildnerin weiterbilden zu lassen. Danach lebte sie bis zu ihrem Tode in Stralsund. Gisela Peschke setzte sich seit 1976 als "Zirkelleiterin des BMK" - eine Einrichtung, die vom Kulturbund gefördert wurde - für die Stralsunder "Volkskünstler" ein. Eine Gruppe junger Leute fand sich zusammen, die sich der Malerei und Grafik widmete. Gemeinsam richteten sie Ausstellungen im Cafe Duett in Stralsund aus, später dann auf Hiddensee.

Gisela Peschke gilt in diesen Jahren als die bedeutendste Malerin auf Hiddensee. Ihr Werk umfaßt heute Landschaftsbilder, Stilleben, Porträts und ihre "Weltbilder", die ihre Weltsicht widerspiegeln. Zupackend erscheint sie dem Betrachter auf einem ihrer Selbstporträts. Frei schaut sie dem Betrachter in die Augen, distanziert, ohne zu lächeln. Eine dicke Jacke wärmt sie, schließt sie doch nicht ein, sondern öffnet sich. Vor ihr sitzt eine dunkel gefärbte Katze. Eine hellere bildet im Hintergrund ein Pendant. Gisela Peschke bezog Position: zu Stralsund, zu den Menschen und besonders zu Hiddensee.

Für die Künstlerin mag das Wort Hanns Cibulkas gelten: " Ich habe mir Hiddensee auf der Landkarte meines Lebens mit großen Buchstaben eingezeichnet." An der Freude über die herbe Schönheit der Insel ließ die Künstlerin andere teilhaben: "[...] Oft recht schwer bepackt mit Staffelei und Rucksack gingen wir nach Grieben, in die Hügel, liefen die schmalen Uferwege auf dem Dornbusch entlang. Wir haben Mohnblumen gepfückt, damit Gisela sie malen konnte, und sie hat mich angesteckt mit ihrer Begeisterung für den lila Schimmer des Grases auf der Sommerwiese, mit ihrer Freude über den wunderschönen Weitblick, den wir an manchen Abenden genossen. Auf viele Details hat sie mich aufmerksam gemacht, auf Häuschen, die sich wunderbar in die Landschaft einfügten. Hier könnte ich immer nur malen. [...]"

10.11.2008 Negendanck, R. (2005): Hiddensee - Die besondere Insel für Künstler, Verlag Atelier im Bauernhaus

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